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Der Verstand erfüllt seine Aufgabe

am besten als rechte Hand des Herzens

 

Lässt sich die Wahrheit finden? (7)

 

Folgendes nicht aus den Augen verlieren oder auf einmal nicht mehr akzeptieren (wird nämlich als Versuchungen an uns herantreten): Göttliche Gesetze stehen über allem.

Das kann auch gar nicht anders sein, denn aus Seinen Ur-Gesetzen sind erst alle anderen – wozu auch unsere weltlichen gehören – hervorgegangen. Und sie sind auf ewig unwandelbar. In ihrer Tiefe werden wir sie nie verstehen können. Aber Gott gewährt uns einen Einblick, damit wir zumindest Zusammenhänge erkennen können und unter Zuhilfenahme der Herzenslogik nicht ganz ohne Wissen bleiben müssen. Unwissenheit führt zum geistigen Stillstand und Halb-Wissen – was oft noch schlimmer ist – nicht selten in die Irre.

Weil Gott die Liebe ist und alle Möglichkeiten hat, dient alles, was in der Schöpfung geschieht, nur einem einzigen Ziel: der Rückführung aller in ihre ewige Heimat. In der Schöpfung bedeutet auch gleichzeitig, dass davon nichts ausgenommen ist, also auch nicht das Leben des Einzelnen, das Leben der Völker, das Leben der Menschheit, das Dasein der materiellen Welt schlechthin und das Leben der Seelen in den außerhimmlischen Bereichen. Alle und alles ohne Ausnahme. Ansonsten wäre nicht alles in den Plan der Wiedereingliederung eingebunden. Das kann aber nicht sein, weil Seine Liebe gleichermaßen allen gilt.

Alles, was geschieht, dient der Wiederherstellung der Einheit, und es geschieht aus Liebe – auch wenn es sich für uns nicht oder erst auf den zweiten oder dritten Blick so darstellt. Das ist eine hohe und schwere Hürde, die es zu nehmen gilt. Man muss sie natürlich nicht nehmen, denn wir haben den freien Willen. Welche logische Antwort aber bietet sich dann an ….?

Um es noch klarer auszudrücken und damit noch mehr Widerspruch hervorzurufen: Dem, was Dir und Mir, was allen Menschen widerfährt, liegt die Liebe Gottes zugrunde. Damit wird aber auch deutlich, dass mit der Liebe Gottes etwas ganz anderes gemeint ist, als das, was wir uns oft darunter vorstellen: Sie ist nicht süß, sie säuselt nicht, sie ist kein sentimentales Gefühl – sie ist Leben. Sie ist auf ewig sich verschenkendes Leben, das allen Geschöpfen ein Dasein in vollkommener Freiheit, unendlicher Weite und uns unbekannter Harmonie mit schier unbegrenzten Wegen und Mitteln ermöglicht.

Durch die Zuwiderhandlungen gegen Gott und Seine Gesetze verloren die Abtrünnigen an Lebenskraft. Und sie verloren mehr und mehr davon, je weiter sie sich – weil sie ihr Unrecht nicht erkannten, im Gegenteil weiter gegen die Liebe sündigten – von der Quelle des Lebens entfernten. (Dieses Prinzip gilt grundsätzlich, auch heute noch, auch für uns Menschen: Jede gegen die Liebe gerichtete Handlung zieht eine mehr oder weniger große Reduzierung göttlicher Lebenskraft nach sich.)

Für alles wird Energie gebraucht, auch für den Rückweg in die himmlische Heimat. Das dafür erforderliche Quantum an Energie aber stand den Gefallenen nicht mehr zur Verfügung. Die Uneinsichtigen wollten auch nicht zurück; sie setzen im Gegenteil ihren Kampf fort und fielen und fielen und fielen ... Aus eigener Kraft hätten sie also nicht mehr zurückgekonnt. In ihren freien Willen einzugreifen und sie gegen ihren Willen zurückzuholen war keine Option. Wie konnte die Lösung aussehen? Die einzige Lösung, die sich unter Beachtung aller göttlichen Prinzipien anbot?

Ihnen musste eine zusätzliche Energie geschenkt und der Rückweg wieder freigemacht werden. Sie mussten von ihrer selbst verursachten Unfreiheit, ihrer Bindung an die Sünde, erlöst werden. Dieser Akt der Liebe musste zudem alle Wesen außerhalb der Himmel (einschließlich der Menschen) betreffen, egal in welchen Bereichen sie lebten. Denn Gott liebt alle.

Es musste eine Kraft sein, die in der Lage war, den Fall zu stoppen. Dafür kam die Energie eines Engels nicht in Frage, auch nicht die eines Erzengels. Also entschied sich die Liebe, diese erlösende Kraft selbst zu bringen; sie aus sich heraus ausfließen und gleichzeitig in alle Geschöpfe einfließen zu lassen.

Diese Kraft musste der satanischen überlegen sein, weil sie – herzenslogischerweise – ansonsten nichts hätte bewirken können. Sie kam in Form des Gottesgeistes in die Welt, indem sie in den Menschen Jesus von Nazareth inkarnierte; was insofern einen „ganz normalen‟ Vorgang darstellte, weil in jeden Menschen ein geistiges Wesen eintritt, das nach dem „Tod‟ des Menschen diesen und damit die Materie wieder verlässt.Gleichzeitig brachte sie den Menschen eine klare Anweisung, wie sie sich im Sinne der Gottes- und Nächstenliebe zu verhalten hatten, um wieder in die Himmel zurückkehren zu können.

(Wer lieber – vielleicht aufgrund kirchlicher Prägung – daran glauben möchte, dass es der „Sohn‟ war und nicht Gott selbst, der kann das selbstverständlich tun. Auf die Richtigkeit unserer Logik-Kette hat das keinen Einfluss.)

Die Finsternis durfte sich am Licht, das Lieblose sich an der Liebe messen. Der Ausgang ist, soweit es den Menschen Jesus, seine Standhaftigkeit und Treue betraf, bekannt; was von der Menschheit allgemein nicht behauptet werden kann. Auf Golgatha („Es ist vollbracht‟) floss eine Zusatzenergie – der Christusfunke – in jede Seele und jeden Menschen ein. Hellsichtige können sie im Herzen eines Menschen erkennen. Damit war der Fall gestoppt, es konnte nur noch aufwärts gehen. Die Himmel standen wieder offen. Entscheiden aber, ob es den Rückweg auch antreten will oder nicht, musste und muss jedes Geschöpf selbst.

 

(Fortsetzung folgt)