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Das Zauberwort heißt „Hingabe“

 

Liebe Mitstreiter/-innen, 

 

wir alle wissen, und da erzähle ich Euch nichts Neues, dass wir zur Zeit auf der Erde sind, um uns zu entwickeln. Was bedeutet: Um etwas zu lernen, um uns etwas zu erarbeiten, das wir noch nicht beherrschen und nach Möglichkeit damit und danach zu leben,.

Und warum? Weil jeder Mensch – genauer: die in ihm lebende Seele – das Ziel hat, wieder zu­rückzukehren an den Ort, von dem sie einst als geistiges Wesen ausgegangen ist; den sie meist vor langer Zeit verlassen hat. Aus welchen Gründen auch immer. Auch wenn Seele und Mensch das nicht wissen oder es vielleicht sogar ablehnen.

Eines ist sicher, wenn das auch so mancher nicht gerne hört: Wir sind nicht hier, um es uns gut gehen zu lassen, sondern – ich wiederhole mich, weil es so wichtig ist, das in seiner Tiefe und vollen Bedeutung zu erfassen – um zu lernen.

Zwischen Himmel und Erde liegen unzählige geistige Welten, die wir alle durchschritten ha­ben, um schließlich hier „zu landen“. Da kann natürlich die Frage auftauchen: „Warum müssen wir denn inkarnieren, um etwas zu lernen? Kann man das nicht auch drüben“? Die Frage ist be­rechtigt, denn im Prinzip kann man es tatsächlich auch drüben. Aber, und jetzt kommt das große Aber:

Im Jenseits sind wir unter unseresgleichen, weil eines der geistigen Gesetze lautet: „Glei­ches zieht zu Gleichem, und Ungleiches stößt sich ab.“

Stellt euch nur vor, alle die Mitmenschen, die um Euch herum sind, und mit denen ihr tagtäg­lich konfrontiert werdet, hätten den gleichen Charakter, das gleiche Verhalten und die gleichen Eigenschaften wie ihr, mit all ihren guten und weniger guten Seiten. Hört sich eigentlich nicht schlecht an, oder? Wäre aber auf Dauer wenig spannend und vor allem wenig lehrreich. Aber ler­nen sollen/wollen/müssen wir, auch wenn das Wie?, Wo? und Wann? unserer freien Entscheidung unterliegt.

Weil die Seele weiterkommen will, entscheidet sie sich für eine Inkarnation. Und weil ihr damit durch ihre Mitmenschen Aufgaben vorgesetzt werden – wozu unter anderem das „berühmte“ Gesetz der Entsprechung zählt –, die es zu lösen gilt, auch wenn das durch den Menschen in dieser Phase in den allermeisten Fällen (noch) nicht erkannt wird.

(Für diejenigen zur Erläuterung, die das Gesetz der Entsprechung noch nicht kennen: Es be­sagt, dass das, was mich am anderen stört, ärgert, aufregt usw., auch in mir selbst ist.)

Im negativen Fall inkarniert eine Seele deshalb, weil sie ihre im Sinne der selbstlosen Liebe nicht-gesetzmäßigen Wünsche leben will, was ihr drüben nicht oder nicht immer möglich ist; was aber nur einer von vielen Gründen sei kann. Wobei es keine Rolle spielt, wann sie diese Entschei­dung trifft; vielleicht erst nach -zigtausenden von „Jahren“ oder auch länger (die Gänse­füßchen bei „Jahren“ sollen darauf hinweisen, dass es die Zeit im Jenseits nicht gibt).

Wenn sie jedoch aufgeschlossen ist und auf die Empfehlungen ihrer geistigen Berater hört, dann werden der Zeitpunkt, die äußeren Umstände und ein Elternpaar gewählt, die allesamt einen größtmöglichen „Erfolg“ der anstehenden Inkarnation versprechen – soweit dies überhaupt in ei­ner Jenseits-Planung möglich ist. Denn viele Faktoren spielen in eine Menschwerdung mit hinein, auf die weder die Seele noch ihre geistigen Begleiter Einfluss haben.

Schließlich wird durch die körperliche Vereinigung von Mann und Frau der Grundstein für die Inkarnation der Seele gelegt, die aber noch nicht sogleich in ihren noch winzig kleinen Körper eintritt, während der Schwangerschaft aber in vielen Fällen schon an den Vorbereitungen für ihre Geburt und auch an der Gestaltung ihres künftigen Erdenlebens beteiligt ist. Dann ist es so weit, und das Abenteuer eines nächsten Schrittes der Seele in einem materiellen Körper kann beginnen; einer Seele, die aus früheren Inkarnationen gute und auch nicht so gute Eigenschaften in sich trägt.

Es kommt also keine „taufrische“ Seele in die Welt, wie sie nach falscher kirchlicher Lehre bei jeder Geburt von Gott für ein einziges Leben angeblich neu geschaffen wird. Über die vielen Fra­gen und die scheinbare Ungerechtigkeit Gottes, die sich aus einer solchen Irrlehre ergeben, haben sich die Menschen so gut wie keine Gedanken gemacht. Da hat die Gegenseite im wahrsten Sinne des Wortes „ein Brett“ vor die Köpfe der Menschen genagelt, so dass ohne eigenes Nachdenken blind geglaubt wird, was von christlich-kirchlicher Seite zu glauben angeboten oder als dogma­tisch zu glauben vorgeschrieben wird.

In diesem Punkt hat der Teufel samt Anhang „gute Arbeit“ geleistet, wobei dieser den Gläubi­gen eine falsche, unlogische Lehre aufoktroyiert hat, was über viele Jahrhunderte Schritt für Schritt vorbereitet und schließlich zum „Glaubensgut“ wurde, über das nicht mehr nachge­dacht wird.

 

*

 

Ich habe für die allermeisten bis jetzt nichts Neues geschrieben. Doch es sollte als Grundlage für das dienen, was nun kommt. Denn jetzt geht es ans „Eingemachte“, weil wir die Theorie verlassen und uns selbst anschauen.

Das Zauberwort auf dem Inneren Weg heißt Selbsterkenntnis. Warum ist das so? Wir alle ha­ben viel gelesen (zu viel ?🙂). Die meisten von uns haben jede Menge Wissen, aber Wissen bringt uns – leider – nicht voran; sonst wären viele von uns schon längst am Ziel. Wissen ist je­doch für die meisten wichtig, besonders dann, wenn und weil es als Grundlage dafür dient – die­nen sollte –, mit der Inneren Arbeit bei sich selbst anzufangen.

Wie heißt es doch so schön?

Der Verstand erfüllt seine Aufgabe am besten als rechte Hand des Herzens.

Es gibt eine Schwierigkeit mit der Erkenntnis über sich selbst. Viele sind der festen Überzeu­gung, schon lange mit der Selbsterkenntnis – und mit dem Herrn gemeinsam! – im Inneren zu ar­beiten. Und dennoch taucht ein Problem oder tauchen die Probleme, die man doch so gerne los­werden möchte, immer wieder auf. Und das möglicherweise schon seit vielen Jahren. Man rennt dem Herrn „die Bude“ ein – und es tut sich nichts ...

Wie kann das ein? Dass Er mich nicht hört, wenn ich mit dem, was mich beschäftigt, zu Ihm komme, das glaube ich nicht. Schließlich lebt Er in mir und liebt mich. Dass Er anderes zu tun hat, ist euch keine Erklärung. Dass Er mir nicht helfen möchte? Ausgeschlossen! Was also bleibt?

Dazu fiel mir „zufällig“ ein Text in die Hände, in dem der Herr selbst Stellung zu einem sol­chen Dilemma bezieht. Einen kleinen Auszug gebe ich hier wieder:

 

… nun, du hast jetzt eine Beichte abgelegt. Erwartest du eine Absolution von Mir? Oder was soll Ich dir sagen? Es gab immer wieder Hinweise, Möglichkei­ten, wie du damit umgehen kannst. Aber nur du kannst die Schritte tun. Ich kann sie nicht für dich gehen. Und du hast verschiedene Auswirkungen wahrgenom­men oder nimmst sie wahr, dass vieles nicht geht.

Da macht es schon Sinn hinzuschauen, was du könntest tun, damit es besser gehen könnte. Ich kann dir das nicht überstülpen oder dich rausholen aus all dem, was ist. Es ist eben so, wie du es wahrnimmst. Und dann ist die Frage. Kannst du etwas dagegen tun? Willst du etwas dagegen tun oder lässt du es einfach dabei. Das ist auch eine Möglichkeit, einfach dein Leben so zu leben, wie du es jetzt lebst.

Aber wie Ich sehe, bist du ja auch damit nicht besonders zufrieden. Aber wer soll das verändern, außer du selbst, indem du eine Entscheidung triffst oder mehrere Entscheidungen oder genau hinschaust, was könnte dir gut tun, was könnte dir helfen, was könnte deine Stimmung aufhellen, wer oder was.

Vielleicht hast du auch die Vorstellung, Ich mache Schnips und schon ist die Müdigkeit weg. Die Lebensfreude ist da, wunderbar, aber so spielt es sich ein­fach nicht ab. Daher gilt es mal nachzudenken, was könnte dir helfen ...

Ich kann nur sagen, dass Ich bei dir bin und wenn du mich nicht spürst, liegt es nicht an Mir.

Aber man muss immer etwas tun, auch wenn man merkt, irgendwo hackt es, irgendwo spisst es sich, irgendwo entwickelt sich etwas nicht so, wie du es ger­ne möchtest. Aber es nur wahrzunehmen und auf ein Wunder zu warten, das geht nicht. Daher habe Ich für dich keinen Ratschlag, außer den, schau mal genau hin und überlege, was würdest du jemandem wie dir, mit allen diesen Symptomen empfehlen?

Amen.

 

Wenn ich es ausnahmsweise einmal ein bisschen salopp formulieren soll:

Ich stelle mir eine Situation vor, in der ich allzu leicht und allzu schnell mit der Bitte um eine Lösung zum Vater oder zu Jesus laufe, und Er mir dann mit einem Lächeln sagt: „Ich kann das schon, du musst das noch lernen.“🙂

Es ist für mich ein Unterschied, ob ich um die Lösung bitte oder darum, dass Er mir hilft zu er­kennen, was ich daraus zu lernen habe und mich dann auch bemühe, das Erkannte umzusetzen. Letztes ist zweifellos der schwierigere Weg, aber auf Dauer sicher der bessere. Bei der Arbeit, die dann für mich ansteht, bin ich ja nicht alleine. Er wartet doch nur darauf, mir dabei zu helfen.

Das allerdings setzt unsere Bereitschaft voraus, Seine Hilfe anzunehmen, auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, wie diese Hilfe wohl aussehen wird. Und hier liegt meines Erachtens ein Problem, das Problem. Man kann es an einem kleinen Beispiel erläutern und sich dabei auch ganz gut selbst erkennen: an dem Wort glauben oder Glauben.

Viele Menschen sagen „Ich glaube an Gott“. Wunderbar, aber was bedeutet das? Dass ich glaube, dass es Gott gibt? Oder dass ich daran glaube, dass ich zurück bin auf dem Weg zu Ihm und dafür an mir so einiges noch verändern muss?

Wenn wir dieses Beispiel übertragen auf eine Situation, in der wir um Hilfe bitten, müssen wir erkennen, dass uns Seine Hilfe – in der Regel und auf Dauer – in dem Maße oder Umfang zuteil wird, in dem wir uns Ihm hingeben. Mit vollem Herzen oder, wie in dem Beispiel des Glaubens, nur dem Worte nach?

Hingabe also ist das Zauberwort. Es hat nichts mit der Intensität zu tun, mit der wir oft tage-, wochen- oder gar monatelang lediglich bitten und – verzeiht mir den Ausdruck – manchmal auch betteln …

Hingabe! Mangelnde Hingabe, und da spreche ich aus eigener Erfahrung und aufgrund vieler Gespräche, kann nicht durch Beten und Bitten ersetzt werden. Was ist oft so schwer daran, sich der ewigen, alles verzeihenden Liebe hinzugeben? Die Antwort ist leicht und schnell zu finden:

Wir wissen nicht, was dann mit uns passiert, was dann auf uns zukommt! Wir haben Angst, dass der Herr uns etwas nimmt oder etwas mit uns anstellt oder auf uns zukommen lässt, das wir nicht möchten, weil wir noch unsere eigenen Vorstellungen pflegen, und sei es nur in wenigen Aspekten.

Und so bleibt unsere Hingabe oftmals Stückwerk, zwar mit dem Mund ausgesprochen, aber nicht aus ganzem Herzen und aus Liebe zu Ihm gewollt. Ist es da ein Wunder, dass manche unse­rer Bitten und unserer Wünsche gar nicht bis an Sein Herz gelangen, obwohl Er unsere Worte hört?

Wenn wir uns das einmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, müssen wir erkennen, wie wi­dersinnig das ist: Wir haben Angst davor, uns voll und ganz der mächtigsten und schönsten Kraft des Universums hinzugeben! Diese Kraft ist nicht nur unvergleichbar groß, sie trägt in sich – und das ist unser Glück – auch eine unendlich Geduld. „Gott sei Dank“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Natürlich weiß der Widersacher – Dein und mein und unser aller Gegenspieler – auch um diese Dinge und Zusammenhänge. Und er weiß darüber hinaus unsere, uns weitgehend unbekannten Schwächen für sich zu nutzen. Der Raffinesse, mit der er vorgeht, haben wir als Menschen nichts entgegenzusetzen; wohl aber Jesus Christus, dessen Kraft in jedem lebt. Doch das ist jetzt und an dieser Stelle nicht das Thema. Außerdem ist es schon oft behandelt worden und ausführlich zu finden in den Offenbarungen auf den Seiten www.aus-liebe-zu-gott.de.

Wann immer wir möchten, oder wann immer es uns in den Sinn kommt, erinnern wir uns an das hier Geschriebene und versuchen, künftig immer besser und immer öfter auf die Anfänge einer satanischen Versuchung in uns zu achten. Zugegeben, das ist ein wenig Arbeit. Aber wir müssen sie ja nicht alleine machen. Er hilft uns dabei. Doch vergessen wir auch nicht:

Ich kann das schon, du musst das noch lernen.“🙂